Vollmond

Hallo liebe Astro-Freunde!

In diesem Monat, in dem sich die Sonne im Zeichen Skorpion befindet, soll es um ein Thema gehen, welches sich konkret nur auf einen einzigen Tag bezieht, jedoch auch Auswirkungen auf die folgenden Tage und Wochen haben kann, vorausgesetzt man weiss diese vorhandene Energie zu nutzen: nämlich die des Vollmondes. Am Morgen des 13.11. ist es diesmal soweit, und es stehen die Sonne im Skorpion und der Mond im Stier in oppositionellen Zeichen. Nicht wenige Menschen leiden um diese Zeit unter schlaflosen Nächten, und meiner Erfahrung nach hat dies oft mit dem astrologischen Thema des Vollmondes zu tun. Ich werde nun versuchen, die Vollmondenergie aus astrologischer Sicht genauer zu beschreiben und dem ein oder anderen vielleicht eine schlaflose Nacht zu ersparen. Somit wünsche ich allen gute Unterhaltung und das ein oder andere Aha-Erlebnis beim Lesen.

Der Vollmond findet wie gesagt in den Zeichen Skorpion und Stier statt, wo es um die Frage nach Sicherheit/Stabilität (Stier) und Loslassen/Wandlung (Skorpion) geht, und wie diese beiden Energien am besten zu vereinbaren sind. Nicht umsonst ist die Opposition ein herausfordernder Aspekt, der allerdings auch Kräfte freisetzen kann, um eigentlich entgegengesetzte Energien für sich nutzbar zu machen. Stier und Skorpion liegen auf einer Achse, die sich auch als Substanz- bzw. Besitzachse beschreiben lässt. Hier geht es um Veränderung im Gegensatz dazu, alles beim Alten zu belassen. Die Skorpionenergie steht dabei für die Aufforderung, sich der Wandlung zu unterziehen und die Vergänglichkeit als existentiellen Bestandteil des Lebens zu akzeptieren. Alles kommt und geht, erblüht und vergeht einmal, und das Leben ist im stetigen Wandel.

Der Mond steht an diesem Vollmondtag im Stier. Stier ist ein genussfreudiges Zeichen, was Sicherheit und Stabilität braucht, sich Grenzen zieht um die eigenen Ressourcen zu sichern und sich in materieller Hinsicht etwas aufbaut. Es ist wichtig, dass man etwas besitzt und man diesen Besitz klar definieren und greifbar machen kann. Der Mond im Stier braucht gefühlsmäßige Stabilität, er bindet sich emotional an greifbare Werte, identifiziert sich mit materiellen Sicherheiten und dem eigenen Territorium. Die Gefahr, die hier auftreten kann, ist Genusssucht und Unbeweglichkeit, dass man von Dingen, die man sich einmal einverleibt hat, schwer loslassen kann. Dieses Ansammeln und Festhaltenwollen geht im übertriebenen Ausmaß zu Lasten des Gegenpols Skorpion, bei dem es um das Gehenlassen von Dingen geht. Aus Angst vor dem Tod, der zum Skorpionprinzip gehört, hält man an Dingen fest, weil man glaubt, sonst nicht sicher zu sein. Das einzig Sichere ist, wenn man jedoch einmal genauer hinschaut, der Tod in letzter Konsequenz.

Die Energie des Skorpions setzt diesem Besitzstreben ein Gegengewicht. Wandlungsbewusstsein und Transformation sind Prinzipien, die zum Skorpion gehören. Aufgabe des Skorpions ist es, das Irdische in das Jenseitige, materiellen in geistigen Besitz zu transformieren. In gewisser Weise ist das Skorpionprinzip eine Verdichtung des Stierprinzips, wobei man im Stier sich etwas einverleibt und es zu seinem irdischen Besitz macht, während es im Skorpion darum geht, sich daran zu binden, sich eine geistige Vorstellung davon zu machen und es zu seinem emotionalen Besitz (Skorpion als Wasserzeichen) zu machen.

Es gibt eine Weisheit, die besagt, dass man das, was man liebt, nicht festhalten sondern gehen lassen sollte. Wenn es zurückkehrt, gehört es zu einem, wenn nicht, hat es nie zu einem gehört. Damit sind nicht nur Menschen, die man liebt, gemeint, sondern auch Vorstellungen, Meinungen darüber, wie bestimmte Dinge sein sollen. Man sollte in diesem Fall loslassen, was einem zwar lieb und teuer geworden ist, aber einem nicht mehr dient, denn je stärker man festhält (Stier), umso stärker wird einem wiederum genommen (Skorpion). Wenn man spürt, dass man etwas nicht festhalten kann, stellt sich Ohnmacht ein, daher gehört das Macht-Ohnmacht-Thema ebenfalls zum Skorpion. Aus Angst vor sich selbst und dem ohnmächtigen Ausgeliefertsein versucht man daher in eine Machtposition zu gelangen, um das festzuhalten, was einem emotionale Sicherheit verleiht, da man glaubt, dass man ohne Identität nicht leben kann. Diese Identifikation ist jedoch nur eine scheinbare, wenn sie mit materiellen Dingen zu tun hat, denn unsere Vorstellungen darüber, wie die Dinge sind (Skorpion), entscheiden darüber, wie wir mit ihnen umgehen und welchen Wert sie für uns haben (Stier).

Vereint liesse sich diese Polarität folgendermaßen darstellen: Mit dem Mond im Stier verleibt man sich Dinge ein, die man für seine emotionale Sicherheit braucht; die Sonne im Skorpion sorgt dafür, dass man aus diesen materiellen Werten eine Quintessenz zieht und gegebenenfalls das, was man nicht mehr braucht, sterben lässt. Diese verdichtete Vorstellung lässt man dann nach aussen hin strahlen; es werden geistige Vorstellungen wichtig, an die man sich letzten Endes bindet.
Eine andere Seite der Medaille kann allerdings auch sein, dass man sich so sehr in bestimmten Vorstellungen festgebissen hat, dass man den einfachen Genuss vergisst. Es kann auch vorkommen, dass der Transformationswille bis zur Zerstörung reicht. In diesem Fall setzt man dann alle sicheren Werte aufs Spiel, weil man glaubt, sowieso nichts verlieren zu können und am Ende möglicherweise komplett nackt und wurzellos da steht. Umgekehrt kann es sich auch so äussern, dass man an allem festhält, was einem Sicherheit zu versprechen scheint, und so lange nicht loslässt, bis einem gewaltsam (Skorpion/Pluto-Analogie) alles genommen wird, damit der Ausgleich hergestellt ist.

Das Leben erblüht (Stier) und ist gleichzeitig auch zum Sterben und Vergehen verurteilt (Skorpion). Dieses Prinzip gilt es vor allem in Hinblick auf die emotionalen Sicherheiten, die man sich geschaffen hat und die einer Transformation bedürfen, beim diesmonatigen Vollmond zu berücksichtigen, zumal der Mond für seelische Belange und Bedürftigkeiten steht. Dabei könnte es um Themen wie Zwang, Macht, Gewalt, Sex und Tod, und alle anderen Tabus gehen, die man aus Angst vor seinen eigenen Abgründen scheut.

Abschliessen möchte ich diesmal mit einem Gedicht, welches die Stier-Skorpion-Thematik und deren Energie ziemlich gut widerspiegelt. Es ist von Andreas Gryphius, einem Dichter des Barock, der das Motiv der Vergänglichkeit auf Erden zum Leitmotiv seiner Werke gemacht hat.


Es ist alles eitel

Du siehst, wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reist jener morgen ein:
Wo itzund Städte stehn, wird eine Wiese sein
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden:

Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden.
Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Itzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch bestehn?
Ach! was ist alles dies, was wir für köstlich achten,

Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind;
Als eine Wiesenblum, die man nicht wiederfind't.
Noch will was ewig ist kein einig Mensch betrachten!

Trackback URL:
https://astrotanteannie.twoday.net/stories/5317797/modTrackback

Annie´s Kramkiste

... kramen, stöbern und noch mehr...

Organisieren

Du bist nicht angemeldet.

Einblick gewähren

Image and video hosting by TinyPic Image and video hosting by TinyPic

Beitragen

Witten...
... ist schon ne krasse Stadt. Und Dortmund, und gleich...
Astrotante Annie - 9. Okt, 03:09
Long time ago...
... wieder mal. Da ich nicht weiss, was ich schreiben...
Astrotante Annie - 26. Okt, 21:47
Bingo
du hasts erfasst, naja Trotz ist mein zweiter Name,...
Astrotante Annie - 6. Jul, 21:39
oojjjjeee da ist wer...
oojjjjeee da ist wer trotzig ;)))) ich schreibs auch...
Sternenstaub - 26. Jun, 21:34
Schon über ein halbes...
Schon über ein halbes Jahr vergangen, seit ich hier...
Astrotante Annie - 25. Jun, 20:18
Es ist wirklich erstaunlich...
... was man sich alles einfallen lassen kann, um seinen...
Astrotante Annie - 14. Jan, 21:50
Ein Hoch auf die Klarheit
Und weil ich grad so schön in Fahrt bin.... *g* Zwei...
Astrotante Annie - 2. Jan, 03:32
Ein Orakel in der Not...
... tut der Seele gut. Und dem Klarwerden obendrein....
Astrotante Annie - 2. Jan, 03:14

Suchen

 

Wurzeln schlagen

Online seit 6106 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 29. Mär, 19:23

Credits


Alltägliches
Astrologisches
Bestandsaufnahme
Erstaunliches
Gedankensplittriges
Kreatives
Lesenswertes
Lyrisches
Musikalisches
Nachdenkliches
Orakliges
Prosaisches
Schauriges
Spirituelles
Stöckiges
Träumerisches
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren