Nachdenkliches

Dienstag, 11. November 2008

Warum?

Kann mir mal bitte irgendjemand, vorzugsweise jemand der Ahnung hat, sagen, warum man, wenn man dachte, man hätte losgelassen, vom Gegenteil überzeugt wird, indem das Herz wie wild pocht und die Hände anfangen zu zittern?

(Ich hoffe mein Anliegen ist trotz Schachtelsatz verständlich.)

Tagesbrief

Liebe Freundin, lieber Freund,

wir wollen vornehmlich geliebt werden und natürlich auch selbst jemanden lieben. Wir wissen aber seit frühester Jugend viel zuwenig über die Liebe. In meiner Praxis erlebe ich bei Partnerschafts- und Ehescheidungsproblemen immer wieder, wieviel der Gesprächszeit darauf verwendet wird, mir zu schildern, der Partner (die Partnerin) sei langweilig, aggressiv, treulos, unverschämt, faul, desinteressiert, schwierig, lieblos und ohne Verständnis. Aus allem spricht: Ich werde nicht genügend geliebt. Wenn ich dann frage: »Lieben Sie Ihren Partner (Ihre Partnerin)?«, dann folgt erstauntes Aufblicken, folgt die Gegenfrage: »Ich weiß nicht. Was ist überhaupt Liebe? Ich weiß nicht, ob ich sie (ihn) noch liebe. Sagen Sie mir, was ist Liebe?«

Kann ein anderer dir beantworten, was Liebe ist? Liebe ist ein elementares Gefühl, das jeder in sich selbst fühlen muss. Wenn er es fühlt, dann sollte er dieses Gefühl ausfühlen, damit er »weiß«, was Liebe ist. Es ist natürlich nicht einfach, dieses Gefühl zu verbalisieren. Wir meinen, wir müssten alles in Worte fassen können, damit es zur konkreten Wirklichkeit würde. Liebe ist aber ein Gefühl, eine Realität, die jenseits der Wörter und der Rationalität existiert.

Herzliche Grüße
- bis morgen

Montag, 10. November 2008

Tagesbrief

Liebe Freundin, lieber Freund,

wenn du in dich hineingehst, dich selbst zu erkennen beginnst, dann spürst du zunächst nichts als Angst, Aggression, Destruktionswünsche, Neid, Habgier, unerfüllte sexuelle Wünsche, Ärger, Wut, Frustration, Verletztheit und so weiter. Das alles zu sehen zieht dich nicht an, sondern stößt dich ab. Du wendest dich erschreckt, vielleicht sogar angeekelt von deinem Inneren ab. Du planst dann mit dem Denken lieber ein neues Geschäft, buchst vielleicht einen Urlaub, triffst dich mit Freunden, kaufst dir ein neues Motorrad, versuchst, deinen Konkurrenten in eine Sackgasse laufen zu lassen. Wenn du damit auch noch Erfolg hast und deine soziale Umwelt dich dafür lobt, bist du für die Selbsterkenntnis verloren. Du wirst so weitermachen und andere, die sich mit Selbsterforschung befassen, für dumm halten. Du wirst dann in Zukunft alles, was mit >Seele< und >Gefühl< zu tun hat, mit Vehemenz abwerten. Am Grad der Heftigkeit deiner Abwertung ist dann deine Angst zu erkennen, die dem zugrunde liegt. Du wirst nun immer in diesem Stil weitermachen, wirst vielleicht äußeren Erfolg haben, aber dabei trotz allem unglücklich und unzufrieden sein. Du wirst zu einem verbitterten Zyniker, weil du tief innerlich doch spürst, dass du dich selbst und das Leben verfehlst. Du fliehst vor deinen inneren Schatten, die dich doch immer wieder einholen, wobei du nicht bewusst wahrnimmst, dass es die Schatten aus deiner Seele sind. Du wirst allen anderen und den Umständen in der Gesellschaft, der Politik, der Kultur, meist dem Zeitgeist die Schuld geben. Du hältst vor dir selbst die Illusion aufrecht, du seiest in Ordnung, während alles Übel immer von anderen komme.

Wer nicht die Schatten in sich selbst erkennt, wird niemals ein glückliches, freies und entspanntes Leben führen können. Du gehst daran vorbei, so dass sich aus dir selbst die Schatten ausbreiten und sich auf alles Schöne legen. Es gibt aber nur den einen Weg der Selbsterforschung, der ans Licht führt.

Herzliche Grüße
- bis morgen

Sonntag, 9. November 2008

Tagesbrief

Liebe Freundin, lieber Freund,

ich habe einmal gesagt: In jedem von uns sind viele Diamanten verborgen, die es zu entdecken gilt. Das bringt aber nur die eine Seite zum Ausdruck. Die Diamanten in uns scheinen nicht so verlockend zu sein, dass wir nach ihnen Ausschau halten, denn bevor wir an die Diamanten gelangen, müssen wir einen Dschungel von Beängstigendem durchdringen. Um ans Licht zu gelangen, müssen wir durch viel Dunkelheit gehen. Wir scheuen die Schatten in unserer Seele. Wegen dieser Schatten geben wir vorzeitig auf. Es scheint einfacher zu sein, davon nichts wissen zu wollen, also begeben wir uns lieber in das künstliche Licht der Schein- und Glitzerwelten.

Herzliche Grüße
- bis morgen

Samstag, 8. November 2008

Tagesbrief

Liebe Freundin, lieber Freund,

du wirst durch Selbsterforschung auch auf deine Feigheit stoßen, wirst erkennen, wie du versuchst, einer schwierigen Situation auszuweichen, wirst erkennen, wie dein Denken nach Wegen sucht, solche Situationen zu umgehen, selbst wenn es dazu einer Intrige bedarf. Es ist sehr schwer, das eigene Intrigantentum vor sich zuzugeben, es in Ruhe und ohne Scheu zu beobachten.

Es ist nicht einfach, die eigene Aggressivität zu erkennen. Ich meine nicht die vordergründige Aggression eines Wutausbruchs, nein, ich meine die Aggressivität, die als Destruktivität und als Neid in dir arbeitet, die dich über das Missgeschick anderer lachen lässt, die den Misserfolg anderer genießt. Ich meine die versteckte Aggression, die sich verbal als Ironie und Zynismus äußert. Jene Feinheiten deiner Destruktivität kannst du nur durch diese intensive Selbsterforschung aufspüren - und das alles ist nicht angenehm. Du bist verheiratet und spielst deiner Frau den treuen, freundlichen und liebenden Ehegatten vor, aber in dir sind sexuelle Begierden nach einer anderen Frau, die du flüchtig kennengelernt hast und von der du hoffst, sie wiederzusehen. Sich dem zu stellen, das vor dir selbst anzuerkennen, das macht angst.

Herzliche Grüße
- bis morgen

Freitag, 7. November 2008

Tagesbrief

Liebe Freundin, lieber Freund,

ich frage dich, was für einen Wert hat Handlung, die nicht mit tiefer Selbsterkenntnis einhergeht? Was bedeutet Handlung, die nur um der Aktion willen erfolgt? Sie ist lediglich energiezehrende Betriebsamkeit. Ich behaupte: Selbsterforschung ist eine hohe Form der Aktivität. Du magst zwar still auf einer Wiese sitzen, du sprichst nicht, telefonierst nicht, gehst keinen Geschäften nach, knüpfst keine neuen Kontakte, denkst nicht über Geldvermehrung nach, auch nicht darüber, wie du andere manipulieren kannst - und dennoch ist dieses äußerliche Stillsein keine Passivität, sondern, so behaupte ich, die wertvollste Form der Aktivität, eine Aktivität, die auch deine äußerlichen Handlungen, die sekundär sind, schließlich beeinflussen wird.

In dieser Phase der Selbsterforschung nimmst du Kontakt mit deinem Inneren auf. Du betrachtest deine Wünsche und Sehnsüchte, siehst deine Untreue, deine Faulheit und Bequemlichkeit, deine Wildheit und Unmoral. Ich weiß, es ist sehr schwer zu ertragen, wenn wir sehen, dass wir hinterhältige Gedanken hegen, dass wir Heuchler sind und den anderen von uns ein falsches Bild suggerieren, wenn wir sehen, dass wir habgierig sind und auf den Erfolg von anderen mit Neidgefühlen reagieren. Den eigenen Neid zu erkennen kann erschreckend sein.

Herzliche Grüße
- bis morgen

Donnerstag, 6. November 2008

...

Liebe Freundin, lieber Freund,

Selbsterforschung ist auch ein Stück Abenteuer und birgt den Reiz in sich, Neuland der eigenen Psyche zu entdecken. Um ein Entdecker zu sein, musst du dazu bereit sein, Hindernisse zu überwinden und angsterzeugende Situationen auszuhalten. Nur wenn du ein solcher Entdecker bist, stößt du in Neuland vor. Kolumbus zum Beispiel war davon getrieben, Gold zu finden und Ruhm zu erringen. Wenn du dich selbst zu entdecken beginnst, so wirst du zunächst kein Gold finden und auch keinen Ruhm erwerben. Du wirst vielmehr von deinen Mitmenschen, wenn du davon erzählst, belächelt werden, wirst erleben, wie sie sich abfällig äußern über das, was du vorhast. Sie werten dich ab und sagen dir, Selbstbetrachtung >bringe nichts<, sie mache dich >untüchtig<, beschränke deinen Handlungsspielraum, auf den es doch so sehr ankomme. Was in dieser Geringschätzung zum Vorschein kommt, ist die Angst der anderen.

Herzliche Grüße
- bis morgen

Mittwoch, 5. November 2008

...

Liebe Freundin, lieber Freund,

das In-sich-Hineinschauen, die Introspektion - das hast du richtig erkannt -, fällt den meisten schwer, denn was du in dir zu sehen bekommst, ist nicht unbedingt nur positiv, nicht nur angenehm. Wenn du deinen Gefühlen nachfühlst, stößt du auch sehr schnell auf Gefühle der Angst. Du stellst fest, dass hinter vielem, was du in dir betrachtest, Angst hervorkriecht. Damit konfrontiert zu werden und nicht in die Ablenkung zu flüchten, ist nicht einfach. Was ich dir sage, hört sich mitunter einfach an, aber es ist nicht leicht zu praktizieren. Du musst diese auftauchenden Angstgefühle aushalten, ihnen nachgehen und ihren Ursprung aufspüren. Es gehört sehr viel Energie und Konsequenz dazu, diesen Weg weiterzugehen.

Herzliche Grüße
- bis morgen

Montag, 3. November 2008

Tagesbrief

Liebe Freundin, lieber Freund,

du bekommst ein ganz neues Gespür für das Leben, dein eigenes Leben und das Leben der anderen. Es entsteht eine Klarheit in dir selbst, die von ganz anderer Beschaffenheit ist als die Klarheit, die du bisher zu besitzen glaubtest. Es fällt dir wie Schuppen von den Augen, dass deine bisherige Klarheit gar keine war, dass die bisherige Ordnung Unordnung war, dass du verwirrt warst im Vergleich zu dieser neuen Klarheit. Du siehst erstmals dich selbst und die anderen mit neuen Augen, stellst fest, dass du bisher die Welt aus einem Gefängnis heraus betrachtet hast. Jetzt trittst du heraus und fühlst dich frei - wie neu geboren. In diesem Moment bist du seelisch geboren. Es ist die eigentliche Geburt deines Selbstseins als eigenständiger Mensch.

Herzliche Grüße
- bis morgen

Sonntag, 2. November 2008

Tagesbrief

Liebe Freundin, lieber Freund,

beides ist für dein Leben wichtig - du kannst das eine praktizieren, ohne das andere zu vernachlässigen. Das Pendel muss nach beiden Richtungen schwingen können, damit Ausgeglichenheit und Harmonie entsteht: Es schwingt in die Extraversion und danach wieder in die Introversion zurück, und ebenso schwingt es in die Aktivität der Handlung, um wieder zurückzuschwingen in die Passivität der Nichthandlung. In der Schwingung liegt die Lebendigkeit, also ist der Wechsel, ist die Veränderung zu begrüßen. Wenn du mitschwingst, fühlst du dich wohl, dann entsteht keine Reibung; wenn du dich dagegenstemmst, wirst du innerlich verspannt, verkrampft und psychosomatisch krank. Du solltest dir diese Flexibilität bewahren. Es gibt keine feststehende Meinung und keine eindeutige Klarheit; das wirst du selbst in dir erfahren. Wenn du alle Meinungen und äußeren Scheinklarheiten abwirfst und mit dir Kontakt aufnimmst, der Sprache der Gefühle lauschst, dann bewegst du dich mit, darin steht deine Ratio nicht starr gegen die Emotionen, dann schwingst du mit und überlässt dich den Schwingungen, dann bekommst du ein Gespür für die Gedanken und Emotionen und für deinen Standort in der jeweiligen Situation, in der du dich gerade befindest. Aus dieser Selbsterfahrung entsteht eine Strukturierung, die nicht von außen aufgeprägt wird, sondern die in lebendigem Bezug zur Wirklichkeit steht.

Herzliche Grüße
- bis morgen

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Astrotante Annie - 2. Jan, 03:14

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